Augenborn oder Varusquelle

 

 

Eine Sage berichtet über einen Aufstand der Mediomatriker – ein keltischer Volksstamm der unsere  Gegend besiedelte – gegen die römische Besatzungsmacht. Im Bereich der großen Heerstraße, der Rheinstraße, kam es zu schweren Kämpfen. Dabei hat ein feindlicher Speer einen römischer Legionär am Auge gestreift und eine schmerzende Wunder hinterlassen. Kampfunfähig suchte er Schutz im nahen Wald und sank an einer Waldquelle ermattet nieder. Mit dem Wasser kühlte er seine Wunde. Nach mehrmaliger Anwendung nahmen die Schmerzen ab und waren wunderbarerweise bald verschwunden ohne eine Beeinträchtigung der Sehkraft des Auges zu hinterlassen.

 

Die Kunde von der heilkräftigen Quelle verbreitete sich schnell, weil die Römer den Wert von Heilquellen besonders schätzten.

 

Der bekannte St. Wendeler Apotheker Dr. Emil Riegel hat im Jahre 1843 eine umfangreiche Analyse des Quellwassers erstellt. Er hat danach die Quelle „Varusquelle“ genannt.

 

Riegel schreibt:

„Das Wasser dieser Quelle genießt schon seit langer Zeit unter den Landleuten den Ruf der Wirksamkeit gegen Augenleiden. Der günstige Erfolg von der Anwendung desselben gegen skrupulöses Augenleiden bei Kindern, gegen welches vergeblich alle anderweitigen Mittel angewandt worden, so wie die Aufforderung von Privaten und Behörden, bestimmten mich, das Wasser der genannten Quelle einer genauen chemischen Untersuchung zu unterwerfen“.

 

Im Jahre 1961 haben Mitglieder der Bliesener Vereinsgemeinschaft die Quelle gefasst und das Umfeld mit Bruchsteinen neu gestaltet.

 

Über Jahrhunderte hat die Quelle ihren Ruf in der Bevölkerung als Augenheilquelle erhalten. Der Volksmund nennt sie daher – Augenborn – (in Bliesen „Auborre“)

 

 

 

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